Genuss durch Bewegung: Fahrradfahren!

Als ich mit 5 Jahren Radfahren lernte – noch ganz klassisch mit dem hinter mir her laufenden Vater, der irgendwann los und mich damit meinem Schicksal überließ – eröffnete sich eine neue Welt für mich. Ohne vorher durch Laufradfahren die Balance gelernt zu haben, war das für uns Kinder der 60er Jahre ein Kunststück möglichst ohne die peinlichen Stützräder Fahrrad zu fahren. Plötzlich vergrößerte sich unsere Reichweite: der Nachmittag nach der Schule war lang, erst zum Abendessen mussten wir wieder zu Hause sein – und dank des eigenen Fahrrads – oder auch hinten drauf auf dem Gepäckträger bei Freund oder Freundin – ging es nun schon mal recht weit weg von Zuhause. Baustellen übten auf mich eine Faszination aus und ich habe lange darüber nachgegrübelt, was dieses Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ eigentlich bedeutet. Haft – das hörte sich irgendwie nach Gefängnis an…. Hey, das ist nur ne Baustelle, wenn ich darin rumkraxele, warum sollen meine Eltern dafür ins Gefängnis. Das verstand ich nicht. Dass es eine Haftpflicht gibt, hörte ich erst Jahre später, als mein Bruder mit dem Fussball die gläserne Haustür unseres Mehrfamilienblocks zerschoss und der Schaden von der Privat-Haftpflicht bezahlt wurde.

Das Fahrrad also. Ich liebe es, wenn ich den Fahrtwind in den Haaren spüre – unter meinem aktuellen luftdurchlässigen tollen Helm ist das auch wieder möglich – wenn es schneller wird – eigentlich komisch, weil sonst – außer beim Autofahren – die Geschwindigkeit gar nicht so meins ist, skifahren habe ich vor allem deshalb nicht ernsthaft gelernt, weil mir das zu schnell war…und auch inline-skaten bzw, Rollschuhfahren war nur auf der flachen Ebene für mich interessant, sobald es bergab geht: Panik! Aber mit dem Rad da darf es schnell sein: Herrlich! Purer Genuß! Ich komme voran, sehe Landschaften vorüber fliegen, erreiche Ziele, und das aus eigener Kraft – das hat für mich was ganz grundlegend Positives, das ich toll finde. Auch dies ein Genuss, bei dem ich so ganz bei mir bin. Klar mag ich es auch lieber bei schönem Wetter zu radeln, aber auch Wind und Wetter tragen nicht dazu bei, dass ich es weniger schätze, selbstbestimmt Ziele zu erreichen. Mir dieses beim Schreiben bewusst machend, beschließe ich die nächsten Monate bei jeder Gelegenheit mit dem Rad zu fahren. Ich freu mich drauf!

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