Jetzt wird’s anspruchsvoll….

….oder eben auch nicht: Denn hier kommt mein neues Genuss-Thema: Ich genieße es zu lernen! Echt ey, boh, wie langweilig, Streberin…ich höre sie, die Unkenrufe. Egal! Im Grunde habe ich es fast immer genossen zu lernen, ok, manches in der Schulphysik wollte ich nicht lernen z.B. und des öfteren habe ich auch am Sinn der Lerninhalte gezweifelt, dennoch: Das Lernen selbst, mich in neue Themen reindenken, versuchen zu verstehen, um was es geht, dazu eigene Gedanken entwickeln und das Ganze dann als etwas Neues abspeichern und – wenn ich Glück habe – auch später noch erinnern, mit vorhandenem Wissen verknüpfen und vielleicht sogar anwenden – purer Genuss, wenn ich ehrlich bin.

Heute habe ich einiges über SEO und WordPress gelernt, das routiert nun in meinem Kopf und sucht Anschluss an andere Lernknoten… Mal schauen, was das Thema noch für mich parat hält. Der Kopf schwirrt und ….ich kann’s genießen – es ist ein Privileg 🙂

Genuss durch Bewegung: Fahrradfahren!

Als ich mit 5 Jahren Radfahren lernte – noch ganz klassisch mit dem hinter mir her laufenden Vater, der irgendwann los und mich damit meinem Schicksal überließ – eröffnete sich eine neue Welt für mich. Ohne vorher durch Laufradfahren die Balance gelernt zu haben, war das für uns Kinder der 60er Jahre ein Kunststück möglichst ohne die peinlichen Stützräder Fahrrad zu fahren. Plötzlich vergrößerte sich unsere Reichweite: der Nachmittag nach der Schule war lang, erst zum Abendessen mussten wir wieder zu Hause sein – und dank des eigenen Fahrrads – oder auch hinten drauf auf dem Gepäckträger bei Freund oder Freundin – ging es nun schon mal recht weit weg von Zuhause. Baustellen übten auf mich eine Faszination aus und ich habe lange darüber nachgegrübelt, was dieses Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ eigentlich bedeutet. Haft – das hörte sich irgendwie nach Gefängnis an…. Hey, das ist nur ne Baustelle, wenn ich darin rumkraxele, warum sollen meine Eltern dafür ins Gefängnis. Das verstand ich nicht. Dass es eine Haftpflicht gibt, hörte ich erst Jahre später, als mein Bruder mit dem Fussball die gläserne Haustür unseres Mehrfamilienblocks zerschoss und der Schaden von der Privat-Haftpflicht bezahlt wurde.

Das Fahrrad also. Ich liebe es, wenn ich den Fahrtwind in den Haaren spüre – unter meinem aktuellen luftdurchlässigen tollen Helm ist das auch wieder möglich – wenn es schneller wird – eigentlich komisch, weil sonst – außer beim Autofahren – die Geschwindigkeit gar nicht so meins ist, skifahren habe ich vor allem deshalb nicht ernsthaft gelernt, weil mir das zu schnell war…und auch inline-skaten bzw, Rollschuhfahren war nur auf der flachen Ebene für mich interessant, sobald es bergab geht: Panik! Aber mit dem Rad da darf es schnell sein: Herrlich! Purer Genuß! Ich komme voran, sehe Landschaften vorüber fliegen, erreiche Ziele, und das aus eigener Kraft – das hat für mich was ganz grundlegend Positives, das ich toll finde. Auch dies ein Genuss, bei dem ich so ganz bei mir bin. Klar mag ich es auch lieber bei schönem Wetter zu radeln, aber auch Wind und Wetter tragen nicht dazu bei, dass ich es weniger schätze, selbstbestimmt Ziele zu erreichen. Mir dieses beim Schreiben bewusst machend, beschließe ich die nächsten Monate bei jeder Gelegenheit mit dem Rad zu fahren. Ich freu mich drauf!

Im Dunkeln….

Gestern Abend war ich zum ersten Mal in einem Dunkelrestaurant. Nein, nicht zum Essen, sondern zum Singen! Unser Chor war eingeladen worden, zwischen Hauptgang und Nachtisch die rund 75 anwesenden Gäste ein wenig zu unterhalten. Wenn man Aufregung und spannungsvolle Erwartung in Strom umwandeln könnte, wäre der dunkel-schwarze Raum hell erleuchtet gewesen. Wir 15 Frauen wurden von zwei freundlichen, blinden Mitarbeitern auf die Bühne geführt, eine Treppe musste überwunden werden, die erste Reihe orientierte sich an einem Seil, das im guten Abstand zur Bühnenkante lag und die zweite Reihe platzierte sich in körperlichen Wohlfühlnähe direkt dahinter. Eine tolle Erfahrung! Du schaust nach vorne, singst nach vorne, aber ist dort wirklich vorne? Du bekommst Feedback durch Applaus und Energie aus dem Publikum, kommt das nur von vorne? Was berührte da eben meinen Fuß? Wir haben leise, gefühlvolle Balladen gesungen und dynamische Uptunes mit Bewegung und Ausdruck. Ich hatte erwartet, dass mir schwindelig wird so ohne jede visuelle Rückmeldung, aber das traf nicht ein. Du spürst deine Füße mehr und auch die Frauen neben Dir. Wie gut, dass wir uns gut kennen, vertrauen, uns berühren dürfen und gegenseitig sehr mögen – dies war ein Genuss wiederum in Gemeinschaft. Und doch viel mehr: Ich habe erfahren, wie genial es sich anfühlt, wenn ich etwas außerhalb meiner Komfortzone mache, wenn ich mich auf unsicheres Terrain begebe, dorthin wo ich noch keine Erfahrungen habe. Wenn es stimmt, dass Wachstum und Erfolg außerhalb der Komfortzone auf Dich warten, dann ist jede von uns gestern Abend ein Stück über sich hinaus gewachsen.

Das strahlende Lächeln, das jede Sängerin hinterher im Gesicht trug! Alle waren wir elektrisiert, energetisiert durch die Erfahrung. Und ja, ich konnte es beim Singen genießen: meine Stimme eins werden lassen mit den anderen, das Ganze spüren, mich als selbstverständlicher Teil eines Ganzen wahrnehmen, mich fallen lassen, genießen, mich anderen anzuvertrauen. Wunderbar!

Im August werde ich selbst bei einem der nächsten Dunkelrestauranttermine an einer anderen Location zu Gast sein und dieses Erlebnis von der anderen Seite kennenlernen.

Genuss! und zwar jetzt und sofort und gleich!

Über Nacht ein Jahr älter werden, hat für mich ja immer was surreales – im Grunde ändert sich nichts, und doch viel. Man überschreitet eine Schwelle zum Noch-Älterwerden, wechselt vielleicht von einer U-Gruppe in eine Ü-Gruppe und ist plötzlich Zielgruppe für Werbung ganz anderer Art. Ich rechne damit, dass die auf mich individualisierte Treppenlift-Anzeige mich bald erreicht….

Mein Vorhaben ist ja nun, dem Genuss mal so richtig auf die Spur zu kommen in dem vom mir liegenden Jahr.

Im Mai fällt mir das per se ja schon mal leichter, denn ein wesentlicher Teil meiner Genuss-Spektrums ist ja das Esse, und im Mai lässt es sich mit Spargel und Erdbeeren ja herrlich schlemmen. Mit dem Schlemmen an sich werde ich mich später noch näher beschäftigen.

Heute mal mehr zu einem ganz anderen Genuss-Aspekt: dem Gefühl akzeptiert zu werden und Teil einer Gemeinschaft zu sein. Darin konnte ich gestern wunderbar baden: Drei Freundinnen kamen zum Frühstück, das sich bis in den frühen Nachmittag streckte. Geschenke, die von Herzen kamen und eindeutig zeigen, das die anderen mich sehr gut kennen und wissen, was mir guttut und gefällt. Dass mir eine Obstschale aus Mangoholz bislang fehlte, wusste ich gar nicht, aber nun ist sie da, wunderschön anzuschauen und anzufassen und darf ab sofort zum Genuss beitragen. Blumen, ein besonderes Öl, eine Einladung zum Essen – perfekte Geschenke. Gemeinschaft genießen fiel mir nicht immer leicht. Das kann ich dann, wenn die Erwartungen an mich eindeutig und nicht ambivalent sind, wenn die Gemeinschaft Gutes ausstrahlt und der Umgang miteinander von Offenheit, Ehrlichkeit und Toleranz geprägt ist. Wenn jeder authentisch sein kann, sich nicht verbiegt und seine Persönlichkeit zeigt, was die Gruppe bereichert und lebendig hält.

Eine gute Gemeinschaft in diesem Sinne ist auch eine Gruppe, mit der ich mich gestern Abend traf, und die ich sehr genießen kann: Mein Chor, bei dem ich seit 8 Jahren mitsinge und mit dem ich schon viel auf und Ab erlebt habe. Wir trafen uns, um bei der Premiere des Films „Pitch Perfect 2“ im Publikum einen Flasmob zu veranstalten. Das Gefühl, die anderen Kinobesucher zu überraschen, etwas zu kreieren, was Du alleine nicht hinbekommen würdest, unbezahlbar! Worin liegt der Genuss genau? Mir bewusstmachen, dass dies eine grandiose Gemeinschaftsleistung war, dass es nur klappt, wenn wir gemeinsam ein Ziel verfolgen (das Publikum zu überraschen und zu unterhalten), wenn sich alle an die Vereinbarungen halten und wenn jeder sein bestes gibt. Kurz innehalten, das spüren und genießen. Und abspeichern, um es später wieder abrufen zu können. Das ist dann großes Kino!

1. Tag im 50.Lebensjahr

Und der hat jetzt begonnen. Erste Worte an meinem 49. Geburtstag. Tochter: Mir ist übel…. Ehemann: Aufstehen, Geburtstagskind!….. Sohn:Ich will noch schlafen…. Ok…. Also mehr oder weniger das normale Es-ist-noch-viel-zu-früh-zum-Aufstehen-Programm unserer Familie.  Und ihre Liebe zu mir haben sie gezeigt, jeder auf seine Art. Die Tasse Kaffee aus dem Vollautomat mit meiner Lieblingseinstellung (volle Tasse, 2 Kaffeebohnen-Stärke), die mein Mann mir, nein, nicht ans Bett, aber immerhin auf den Tisch stellte, die laaaange Umarmung meines Jüngsten, bevor er dann ruckizucki zur Schule musste und auch das Fieber, das meine Tochter über Nacht bekommen hat, so dass sie heute zwangsläufig zu Hause bleiben muss. Und ich? Versuche ein wenig zu entschleunigen, eine 2. Tasse Kaffee zu trinken, dabei Zeitung zu lesen und den Tag etwas ruhiger anzugehen. Genuß – ich komme!

Die Spannung steigt

Morgen ist es soweit. Meine Mutter erzählt ja immer wieder gerne, dass ich schön früh auf die Welt kam, nämlich genau um 5 Minuten nach 5 Uhr früh und sie am liebsten schon zum Frühstück mit mir nach Hause gegangen wäre. Nun ja…. Frühstück passt: für meine liebsten Freundinnen habe ich eingekauft und wir treffen uns morgen zum Schlemmen und Ratschen. Ich liebe es zu frühstücken und werde damit das 50. Lebensjahr voller Genuss beginnen.

Hallo Welt!

Aufgeregt: Über Nacht ist die Idee gereift und nun geht es bald los. In zwei Tagen beginnt mein 50. Lebensjahr. Mein Vorhaben: Die 50 mit Genuss erreichen. Ob und wie mir das gelingt, daran lasse ich Euch gerne teilhaben. Und nebenbei werde ich das Bloggen lernen 🙂